Kriegsmacht Deutschland?

In der deutschen Außenpolitik wird sich vieles verändern. Es ist zu befürchten, dass der Kurs der "militärischen Zurückhaltung" modifiziert wird und Deutschland sich zu einer militärischen Ordnungs- und Kriegsmacht entwickeln könnte.

Für die Bewahrung des Friedens wird entscheidend sein, dass die Gesellschaft die Hintergründe der neuen deutschen Außenpolitik versteht und - anders als in der Vergangenheit - nicht wie gewohnt nur "reflexhaft" reagiert. Es kommt darauf an, zu verstehen, dass auf die Politik hinter den Kulissen ein extremer Druck ausgeübt wird, dass positiv erscheinende zivile Maßnahmen in Wirklichkeit militärischen Zwecken dienen können und dass die der Gesellschaft "angebotenen Skandale" oftmals nicht die tatsächlichen Skandale sind.

Die Gesellschaft wird ihre teils bequeme Haltung überdenken müssen, über die Politik, über "die da oben" nur zu schimpfen. Sie wird - wenn sie den Frieden bewahren will - sich die Mühe machen müssen, die Hintergründe der bevorstehenden Entwicklungen zu durchschauen, zu reflektieren und statt nur zu streiten, wirklich intelligente Antworten finden müssen. Die Antworten von gestern werden nicht ausreichen, um den Frieden in Europa und in der Welt zu bewahren, um eine weitere Ausdehnung des weltweit laufenden Kriegsgeschehens zu verhindern.

Lesen Sie das neue Buch der Akademie Bergstraße:

Henrik Paulitz: Kriegsmacht Deutschland?
Farbdruck, 102 Seiten, 60 Kapitel, 35 Zeichungen, 33 Handlungsempfehlungen
ISBN 978-3-981-852516

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Forschung für Frieden

Nach Jahrzehnten des Friedens ist der Krieg auch in Europa wieder angekommen. Manche fürchten eine fast zwangsläufige weitere Ausweitung, es ist bereits von einem 3. Weltkrieg die Rede. Dem steht der Wille der europäischen Völker wie auch der meisten Politiker entgegen. Zugleich wird die öffentliche Meinung manipuliert: mit permanenten Krisenstimmungen wird die politische Atmosphäre gefährlich aufgeheizt, Rechtsbrüche von Sicherheitskräften werden hoffähig gemacht, mit sogenannten humanitären Interventionen wird erneut der Krieg für gerecht erklärt.

Wir alle fragen uns: Was können wir tun, um den Frieden in Europa und in aller Welt zu bewahren? Wie kann es sein, dass wir heutzutage „alles wissen“ und dennoch dem globalen Kriegsgeschehen weitgehend hilflos gegenüberstehen? Warum kennen wir trotz Internet die Kriegsursachen, die eigentlichen Zwecke der Krisen, Konflikte und Kriege nicht wirklich und warum wissen wir nicht, wie wir all dies wirksam verhindern können?

Berichte über Konflikte zeichnen sich in aller Regel vor allem durch eines aus: Sie handeln von Staats- und Regierungschefs, die entweder gut oder böse sind. Heerscharen politischer Analysten beschäftigen sich mit der Religion, den Worten und selbst mit den Gedanken von Präsidenten und Diktatoren, die sie meinen lesen zu können. Durch die permanente Wiederholung von Behauptungen über den vermeintlichen Willen von Politikern bzw. von Staaten werden „Realitäten“ geschaffen, die in Wirklichkeit oftmals aber nur Fiktionen sind. Abgesehen von Feindbildern schaffen viele dieser Berichte kein tieferes Verständnis und keine gesicherten Erkenntnisse über die Funktionsweisen von Kriegen und über die Voraussetzungen für die Bewahrung eines dauerhaften Friedens.

Die Alternative: Statt unablässig der Frage nachzujagen, wer an den Krisen und Kriegen Schuld hat, macht es zunächst einmal sehr viel mehr Sinn, gründlich zu analysieren, was im Zuge von Kriegen passiert und dabei insbesondere auch ökonomische Weichenstellungen in den Blick zu nehmen.

Sind weltweit immer wieder ähnliche Geschehnisse und Trends zu beobachten, dann sind diese für ein tieferes Verständnis von Konflikten von allergrößter Bedeutung. In der Folge drängen sich absurd wirkende Fragen auf wie zum Beispiel: Warum sinkt nach Krieg und Besetzung ölreicher Länder oftmals deren Ölförderung? Warum führen Kriege oftmals nur zu geringen Verlusten an Kriegswaffen, umso mehr aber zu Zerstörungen an der wirtschaftlichen Infrastruktur? Mit der Beantwortung solcher Fragen lassen sich komplexe, widersprüchlich erscheinende Kriegsereignisse dechiffrieren, zunächst unverständliches Handeln von Kriegsakteuren wird logisch und verständlich.

Das wiederum ist die Grundlage dafür, treffsichere und potenziell wirksame Strategien der Friedenssicherung abzuleiten. Zu diesem Zweck wurde die "Akademie Bergstraße für Ressourcen-, Demokratie- und Friedensforschung" gegründet. Es geht darum, der Friedensbewegung, Politik und Gesellschaft analytisch fundierte Impulse zu geben, um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.

Die Akademie Bergstraße entwickelt zukunftsweisende, neue Impulse, Denkanstöße und Methoden der Kriegs-Prävention. Angesichts der erschreckenden Rückschläge seit den 1990er Jahren ist ein neues und innovatives Denken und Handeln von größter Bedeutung, um den Frieden nicht zuletzt auch in Europa zu bewahren. Lesen Sie mehr dazu im Buch "Anleitung gegen den Krieg", das u.a. von dem beigeordneten UNO-Generalsekretär a.D. Dr. h.c. Hans-C. von Sponeck empfohlen wird.

Dr. jur. Peter Becker von der Stifung Friedensbildung und Clemens Ronnefeldt vom Internationalen Versöhnungsbund empfehlen ferner das 2018 erschienene Buch "Kriegsmacht Deutschland?"

Henrik Paulitz
Leiter der Akademie Bergstraße